Brauchen Unternehmen wirklich noch mehr Wissensmanagement oder eher „Emotionsmanagement“?
Ich bin eine überzeugte Verfechterin von Wissensmanagement in Unternehmen, als Grundlage für funktionierendes Projekt-, Prozess- und Change-Management.
Ohne saubere Wissensstrukturen:
- wiederholen sich Fehler
- scheitern Veränderungen
- bleibt Lernen zufällig statt wirksam
Und trotzdem wird Wissensmanagement in vielen Organisationen noch immer als „nice to have“ behandelt. Meist fehlen Zeit und Ressourcen und echte Top-Down-Unterstützung durch die Führungsebenen.
Ein Impuls von außen, der mich weiterdenken ließ.
Die Folge von Hotel Matze mit Dr. Giulia Enders („Was will dir dein Körper sagen?“) hat mich inspiriert, weiter zu denken.
Ein zentraler Gedanke aus dem Podcast: Der Körper reagiert und sendet Signale lange bevor wir sie kognitiv einordnen. Wer sie ignoriert, zahlt später den Preis und genau das beobachte ich auch in Organisationen.
Unternehmen managen Wissen, aber Emotionen werden vernachlässigt.
Was Emotionen mit Führung und Lernen zu tun haben
In vielen Unternehmen wird hervorragend analysiert, geplant und strukturiert aber kaum gespürt. Immer noch gelten Emotionen als unprofessionell, (zu) privat oder schwer steuerbar. Dabei steuern sie längst Entscheidungen, Verhalten und Zusammenarbeit.
Was nicht gefühlt werden darf, zeigt sich anders:
- Unsicherheit wird zu Widerstand
- Angst zu Kontrolle
- Überforderung zu Rückzug
Nicht, weil Menschen schwierig sind, sondern weil ihr System im Überlebensmodus ist.
Vielleicht braucht es kein entweder-oder, sondern eine neue Reihenfolge.
Emotionsmanagement als Grundlage moderner Führung
Ich glaube nicht, dass Wissensmanagement überholt ist, aber vielleicht ist es nicht der erste Schritt. Denn ohne emotionale Sicherheit bleibt Wissen wirkungslos und ohne Kontakt zum eigenen Erleben bleibt Lernen abstrakt.
Was wäre, wenn Unternehmen sich häufiger fragen würden:
- Wie sicher fühlen sich Menschen wirklich?
- Welche Emotionen prägen Entscheidungen, vor allem die unausgesprochenen?
- Was wird gewusst, aber nicht gelebt?
Reife Führung zeigt sich (auch) im mutigen Ansprechen von Gefühlen. Den eigenen in erster Linie.
„Hier die Podcastfolge, die mich zu dem Artikel inspiriert hat 👇